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Grundstückswert- & ImmobiliengutachterImmobiliensachverständiger | Lars Lorenz

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Vermieten liegt wieder im Trend

Steigende Nachfrage, sinkendes Angebot - die Folgen der aktuellen Euro-Krise machen sich auch auf dem deutschen Wohnungsmarkt deutlich bemerkbar. Auf der Suche nach einem risikoarmen Investment haben verunsicherte Kapitalanleger nach Jahren der Abstinenz wieder die klassische Eigentumswohnung entdeckt. Das rege Interesse hat die Preise, insbesondere in den Großstädten, zuletzt spürbar steigen lassen.

Doch Experten warnen vor Schnellschüssen: „Wer glaubt, durch Immobilien schnell reich zu werden, setzt aufs falsche Pferd.“ Wer Wohnungsvermieter wird, sollte wissen, dass er erstens ein langfristiges Investment eingeht, das zweitens sehr wohl diverse Risiken birgt.
„Lage, Zuschnitt und Ausstattung müssen den Anforderungen möglichst vieler potenzieller Mieter entsprechen, sonst steht die jeweilige Wohnung womöglich über einen längeren Zeitraum hinweg leer. Neben der richtigen Finanzierung kommt es daher auf die sorgfältige Auswahl des Objekts an.

Dazu gehört vor allem, sich vor dem Kauf Gedanken darüber zu machen, wen man als Mieter überhaupt gewinnen will: Wohnen im Viertel vor allem ältere Menschen, oder ist es vor allem bei Studenten und Künstlern angesagt? Denn eine optimale Infrastruktur für alle Bevölkerungsgruppen gibt es nicht.

„Ältere Menschen beispielsweise sind sehr an der Nähe zu Ärzten und medizinischer Versorgung interessiert, junge Leute bevorzugen dagegen Viertel mit vielfältigen Freizeitangeboten, und Familien mit Kindern achten darauf, dass die Schulen und Betreuungseinrichtungen möglichst zu Fuß zu erreichen sind.“ Vom Alter der Mieter-Zielgruppe hängt auch ab, in welchem Stockwerk die Wohnung sinnvollerweise liegen sollte. Eine Luxusausstattung der Wohnung rechnet sich dagegen selten. Dafür darf es gern eine Wohnung abseits der Bestlage sein.

Eine zentrale Frage, über die die Anleger entscheiden müssen: Wie alt darf die gesuchte Wohnung sein? Während Altbauten häufig als solidestes Investment gesehen werden, sollten auch neue und mittelalte Wohnungen gründlich geprüft werden. Eine neue Wohnung direkt vom Bauträger mag teurer scheinen als ein 20 oder 30 Jahre altes Bestandsobjekt, doch die Investition kann sich lohnen. Denn: „Es ist damit zu rechnen, dass rund 30 Prozent der Wohnungsbestände innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre energetisch und technisch nachgerüstet werden müssen“. Damit ergebe sich eine erhebliche zusätzliche Kostenbelastung.
Wohnungskäufer sollten dabei nicht darauf spekulieren, die Investitionen über eine nach oben angepasste Miete refinanzieren zu können. Wie der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen errechnet hat, lassen sich umfangreiche energetische Sanierungen nicht einmal zur Hälfte auf die Miete umlegen. Als Faustregel für Käufer von Altbauten gilt: Die jährlichen Mieteinnahmen sollten mindestens sechs Prozent des Kaufpreises betragen. Bei Neubauten sind vier bis fünf Prozent ausreichend.

Wer finanziert, sollte aus den Mieteinnahmen die Zinsbelastung bedienen können - dank des niedrigen Zinsniveaus sollte dies zurzeit kein Problem darstellen. Damit dies auch so bleibt, wenn der Preis fürs Baugeld wieder steigt, sollten Käufer genau prüfen, ob die aktuelle Miete Potenzial nach oben bietet. Die Chancen stehen vor allem in den Ballungsräumen nicht schlecht. Eigentümer profitieren dort unverändert von steigenden Mieten und Kaufpreisen.

Quelle:

www.handelsbaltt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/vermieten-liegt-wieder-im-tend/5398180.html

vom 23.10.2011